Die Geschichte des Marzipans von Niederegger, dem Spezialisten, erzählt
Das Ursprungsgebiet des Marzipans ist der Orient, wo die delikate Mandelzuckermischung als Krönung der Gaumenfreuden an der Tafel der Kalifen aufgetragen wurde.
Die süßen Spezialitäten wurden durch die Kreuzzüge über den Handelsplatz Venedig nach Europa gebracht und erreichten Spanien, Portugal und dann auch Lübeck. Dabei wurde das Marzipan am Anfang seiner Laufbahn von Apothekern hergestellt und galt noch bis zum 18. Jahrhundert als Heilmittel.
Im 14. Jahrhundert entwickelte sich das Marzipan zur Nachspeise an fürstlichen Tafeln und war ein kostbares Geschenk für die höchsten Würdenträger des Reiches. Nach der Entdeckung der Neuen Welt und dem weltweiten Anbau von Zuckerrohr konnte Europa reichlicher mit Zucker beliefert werden als zuvor. Das führte dazu, dass nun Zuckerbäcker den Vertrieb des Marzipans übernahmen, die aus den ehemals einfach geformten Marzipan-Broten kunstvolle Gebilde und von Hand modellierte Figuren zauberten.
Die Marzipanproduktion gelangte durch zunehmend industrielle Verarbeitungsmethoden zu einer Blüte. Doch nur diejenigen, die - wie das Haus Niederegger - gleichbleibend qualitätvolle Ware lieferten, konnten sich langfristig auf dem Markt behaupten.
Das Geheimnis des Hauses Niederegger
Das Geheimnis des althergebrachten Rezeptes für Niederegger Marzipan liegt in dem genauen Verhältnis von Mandeln zu Zucker und einer mit dem Rosenwasser vergleichbaren Zutat.
Noch heute wird die Herstellung vom Konditormeister persönlich überwacht. Der Grundstoff des Marzipans ist die Mandel, wobei Niederegger auf eine besonders gründliche Auswahl der Sorten achtet. Durch persönlichen Einkauf in Spanien, Italien und anderen Mittelmeerländern kommt nur erstklassige Ware nach Lübeck.
Denn Niederegger produziert nur gleichmäßige Spitzenqualität, die noch über den Qualitätsanforderungen für „Lübecker Edelmarzipan“ liegt. Und das schmeckt man bei jeder der über 300 Niederegger Spezialitäten.

Multitalent Mandel
Wussten Sie, dass die Mandel – Hauptbestandteil unseres Marzipans – ein wahres Multi-Talent ist, wenn es um gesunde Ernährung geht? Erstaunlich, was sich hinter der harten Mandelschale verbirgt! Der Verzehr von Mandeln kann bei entsprechender Verzehrsmenge einen wertvollen Beitrag zu Ihrer täglichen Ernährung und dazu leisten, Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen und Stoffwechselstörungen vorzubeugen.
- Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Verzehr von Mandeln im Rahmen eines gesunden Ernährungsplans viel bewirken kann. Eine Portion à 30g (160 Kalorien) enthält einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, das antioxidantiv wirksame Vitamin E, Proteine, Ballaststoffe, Magnesium, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen.
- Mandeln bestehen zu ca. 25% aus Eiweißstoffen, zu ca. 12% aus Ballaststoffen und zu gut 50% aus Fetten. Diese Fette wiederum bestehen zu 90% aus den oben bereits erwähnten wertvollen einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Der Kalorieninhalt von 100g beträgt 580 kcal. Das hat zum einen den Vorteil, dass Mandeln einen hohen Sättigungsgrad aufweisen und sich die gesunden Fette positiv auf Herz und Kreislauf auswirken. Cholesterin kann vorgebeugt, sogar gesenkt werden.
- Des Weiteren enthalten Mandeln auch die Aminosäure L-Arginin, die zur Gesunderhaltung der Gefäße beitragen und damit einen Schutz vor Arteriosklerose bieten kann. Das als Antioxidanz wirkende Vitamin E ist mit 26,1 mg/100g enthalten. Es verhindert die Oxidation von ungesättigten Fettsäuren, indem es Radikale abfängt.
- Darüber hinaus sind Mandeln reich an Folsäure sowie an den Vitaminen B1, B2 und B6, die durch die Energiegewinnung im Kohlenhydratstoffwechsel und zur Reizübertragung im Nervensystem benötigt werden.
- Mandeln liefern zudem die Mineralstoffe Magnesium, Kalium und Calcium für die Nerven- und Muskelfunktion.
In der Lebensmittelindustrie werden Süßmandeln (Prunus amygdalus dulcis) neben ihrer gesundheitsförderlichen Eigenschaften auch aufgrund ihrer vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten sehr geschätzt: geschält oder mit Schale, ganz oder in Spalten, gestiftelt, blanchiert, gemahlen, geröstet, ungeröstet, gesalzen, gehobelt, gehackt oder als Mehl, Paste, Mandelbutter und Marzipan. Mandeln bereichern Lebensmittel und andere Süßwarenprodukte durch ihre Vielseitigkeit, ihren Geschmack und ihre Textur.
Quelle: SG 5/2008, S. 48f „Mehr wert mit Mandeln“ |